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Zwischen Geschichte und Mythos

Zweifelsohne ist das Gelände des Atelier Teufelsbäck auf Batterie- und Ziegelgasse Teil der bewegten Amberger Geschichte. Im Mittelalter prägten Nähe zur Henkerswohnung und militärischer Lagernutzung die Liegenschaften. Später machte die Sage um den Teufelsbäck die Runde. Heute geht es weniger martialisch zu. Dafür dominieren Gastlichkeit und Lebensfreude die Batteriegasse.

Lernen Sie nun die Historie rund ums Teufelsbäck kennen!

Inhaltverzeichnis

Zeitreise - Ein Faktencheck

Ein Metzger als Postbote

Ein Metzger als Postbote

Der deutsche Historiker und Archivar Dr. Johannes Laschinger schreibt in einem Artikel über die Zeit des 30-jährigen Krieges. Bereits vor dessen Wirren war Amberg eine wichtige Station für den postalischen Verkehr von und nach Prag. Im Jahre 1595 eröffnete der damalige Postillion und gelernte Metzger Christoph Bayerschmid in der Ziegelgasse 8 die erste kaiserliche Poststelle. In den 1620er Jahren musste er diese dann verlegen. Anno 1629 begann der Weißbäcker Christoph Rockhinger seine Arbeit in der Ziegelgasse 6. Gegen 1635 fegte die Pest durch die Ziegelgasse und leerte so ziemlich jedes Haus.

1595
1819
Der Teufelsbäck zieht ein

Der Teufelsbäck zieht ein

Nach den entbehrungsreichen Jahren der Pest wechselte das Gelände oft den Besitzer, bis dann Regina Wirth 1819 das Anwesen aufkaufte. Auf dem Grundstück befinden sich diesem Zeitpunkt wohl das Wohnhaus mit Keller und Gemüsegarten, sowie ein Anbau mit Stallung, Brandweinhäusl, Mulzgebäude (wohl ein hölzerner, größerer Schuppen) und ein Brunnen. Außerdem scheint auch ein Acker mit Hopfengarten auf dem Galgenberg zum Grundstück zu gehören. Heute endet der Galgenbergweg nahe der Fronfeste in Amberg. In dessen Nähe ist wohl auch die Liegenschaft zu verorten. Zu den zahlreichen Immobilien gehörten auch die Gebäude der Batteriegasse 1-3. Im Jahr 1821 begann Regina Wirths Mann Michael, der Teufelsbäck, sein Handwerk. Dieser war nicht nur für seine Backwaren bekannt, sondern auch für seine cholerische Ader. Daraus resultierte die Fabel um den Teufelsbäck.

Im Wandel der Zeit

Im Wandel der Zeit

Am 09. Januar des Jahres 1845 gingen ein Großteil der Grundstücke in den Besitz von Georg Lehner über. Damit schien der Wachszieher aber nicht ganz glücklich gewesen sein, denn er verkaufte alles wieder – mit deutlichem Verlust – an den Bäckermeister Ignatz Hauer. Jener war Sohn des „Teufelsbäck“ Michael Wirth. In den sechziger Jahren des 19. Jahrhunderts veräußerte man dann aus ungenannten Gründen Teile des Besitzes, darunter auch die Liegenschaften der Batteriegasse 3. Dort befinden sich heute das Hotel Brunner und das Atelier Teufelsbäck. Die jahrelang betriebene Bäckerstube befand sich in der Ziegelgasse 6. Dies ist die Stelle, an der sich heute Tiefgarage und Ausfahrt des Hotel Brunner befinden. Dort ist auch ein Teil des ursprünglichen Gebäudes zu entdecken. Der Erker des einstigen Lastkrans zeugt von vergangenen Zeiten. Die rückwärtigen Häuser des Grundstücks wichen im Jahr 1958 dem Neubau des Hotel Brunner, nachdem man bis zu diesem Zeitpunkt auf der gesamten Immobilie noch eine Gastwirtschaft mit dem Namen „Zum Teufelsbäck“ betrieben hatte. Doch schlussendlich musste das altehrwürdige Gebäude Platz schaffen.

1845 bis 1958
1958
Das Hotel in der Nachbarschaft

Das Hotel in der Nachbarschaft

Amberg befand sich im wirtschaftlichen Aufwind und man benötigte Übernachtungsmöglichkeiten für die zahlreichen Besucher. Deshalb war es ein Ereignis, als der Architekt Edwin Gräf auf dem Erras-Brunner-Anwesen die geschichtsträchtige Gastwirtschaft abreißen ließ und mit dem Bau des modernen Hotel Brunner begann. Bereits im Juli 1958 feierte man Richtfest. Die außergewöhnliche Leistung des Architekten machte es möglich, dass die Familie Brunner bereits am 20. Dezember 1958 zur Eröffnung laden konnte. Das Gebäude des heutigen Atelier Teufelsbäck wurde noch anderweitig genutzt.

Die Bacchus Klause

Die Bacchus Klause

Wohl in den 70er Jahren eröffnete die Bacchus Klause des Gastwirtes Wolfgang Litten. Über viele Jahre galt diese traditionsreiche Gastwirtschaft als Synonym für Geselligkeit und erlesenen Weingenuss in Amberg.

um 1980
2019
Eröffnung des Atelier Teufelsbäck

Eröffnung des Atelier Teufelsbäck

Im Jahr 2019 übernahm Hotelier Konstantin Schatz diesen einzigartigen Standort. Behutsam und auf Tradition bedacht, schuf er bei der Komplettsanierung eine faszinierende Symbiose aus bayrischer Urigkeit und Moderne. Bei der Eröffnung, zu der auch Oberbürgermeister Michael Cerny erschien, stellten zahlreiche Amberger Künstler aus. Außerdem wurde das von Marion Mack und Marcus Trepesch geschaffene Glasmosaik "Amirage" enthüllt, das eine Ansicht der Stadt Amberg darstellt.

Die so entstandene Bar und Weinstube „Atelier Teufelsbäck“ setzt daher neue Akzente ohne dabei ihre Wurzeln in der Amberger Geschichte zu vergessen. Im gemütlichen, wild bewachsenen Innenhof genießt man auf zwei Ebenen phantasievolle Gaumenfreuden mit Freunden.

Teufelsbäck LIVE

Teufelsbäck LIVE

Der Innenhof avanciert zum urgemütlichen Biergarten. Die begeisterten Gäste wissen diese ruhige Oase inmitten des Trubels der Altstadt Ambergs zu schätzen. Doch das Jahr 2020 markiert auch den Startpunkt der erfolgreichen Konzertreihe "Teufelsbäck LIVE". Sind es im Jahr 2020 noch wenige Konzerte beginnt 2021 die echte Konzertsaison, die auch im darauffolgendem Jahr 2022 fortgesetzt wird. Zehn Bands treten auf der Kleinkunstbühne des Biergartens auf - vorrangig kostenlos und nur von Spenden unterstützt.

Ab 2020

Die Mär vom Teufelsbäck

ziege-zunge
Kann eine wahrhaftige ziege tatsächlich einem gestanden mann ernsthaft angst einjagen? So zumindest behauptet es die geschichte rund um den teufelsbäck.

Der umtriebige Weißbäcker Michael Wirth fluchte gern und viel. Besonders der Teufel musste sich dabei recht oft seine Anrufung gefallen lassen. So trug es sich eines Morgens zu, dass Michael Wirth in seiner Backstube stand und das Feuer seines Ofens nicht hoch genug lodern wollte. Wilde Flüche hallten daraufhin durch die mehlgeschwängerte Luft und auch der Teufel blieb nicht unerwähnt. Plötzlich sprang die Tür zur Backstube auf und ein gehörntes Wesen stand mit loderndem Blick vor dem cholerischen Bäcker. Natürlich war das selbst für ein gestandenes Mannsbild wie ihn zu viel. Schreiend flüchtete er in seine Wohngemächer, in denen seine Frau und Tochter verwundert seiner atemlosen Schilderung lauschten.

Die Bäckersfrau Regina Wirth wollte dem beschriebenen Treiben keinen rechten Glauben schenken. Deshalb beschloss sie, sich selbst ein Bild zu machen. Kurze Zeit später erfüllte schallendes Lachen die Backstube. Michael Wirth fasste sich ein Herz und beschloss nach dem Rechten zu sehen. Seine Frau und die Tochter standen vor dem Ofen und zeigten auf das gefährliche Wesen, das den Bäcker so in Panik versetzt hatte: ein Ziegenbock.

Diese peinliche Geschichte machte alsbald die Runde und so hatte Michael Wirth seinen Spitznamen weg: “Teufelsbäck”. Dieser Name überdauerte die Zeit und schließlich benannte man auch die spätere Gaststube auf der Ziegelgasse nach ihm.

Historische Quellen

Historisches Bildmaterial

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