Kriegswirren

BÄCKER ZU ZEITEN DES DREIßIGJÄHRIGEN KRIEGES

Das 17. Jahrhundert war knapp 30 Jahre jung und Deutschland befand sich in den Klauen des Dreißigjährigen Krieges. Zu dieser Zeit beginnen die Aufzeichnungen rund um das Gelände des heutigen Teufelsbäck und damit die Geschichte des Atelier Teufelsbäck. Wahrscheinlich im Jahr 1629 eröffnete der Weißbäcker Christoph Rockinger sein Geschäft rund um Semmeln und Weißbrot aus Weizenmehl. Ihm folgte eine recht lange Reihe weiterer Losbäcker (eine alternative historische Bezeichnung des Berufs Weißbäcker).

Das Geschäft litt scheinbar unter den Folgen des Krieges, so dass der Eigentümer sehr oft wechselte. Erst zu Beginn des 18. Jahrhunderts schien sich die Lage wirtschaftlich etwas zu bessern. Um 1730 erwarb der Weißbäcker Johann Caspar Plazer das Grundstück von der damaligen Ratsfamilie Haas. Beinahe 100 Jahre befand sich das Traditionsgeschäft daraufhin im Besitz der Familie Plazer, die die darauf befindlichen Gebäude auch renovierten.

FAMILIENDYNASTIEN

ZWISCHEN TRADITION UND WIRTSCHAFTLICHEM AUFSCHWUNG

Anno 1820 wird eine gewisse Walburga Plazer als Besitzerin erwähnt. Dies ist insofern bemerkenswert, da sie in den Aufzeichnungen als „Teufelsbäckwitwe“ bezeichnet wird. Das Urkataster der Stadt Amberg listet allerdings auch Regina Wirth, welche das Grundstück am 17.06.1819 für den Preis von 8356 Gulden und 25 Kreuzer erworben hat. Auch sie wird als Bäckerswitwe bezeichnet. Mutmaßlich handelt es sich hier um ein und die selbe Person, die bei ihrer Vermählung den Namen änderte. Dies ist zu vermuten, da im Jahre 1821 die Aufzeichnungen von Michael Wirth, auch „Teufelsbäck“ genannt, erzählen.

Auf dem Grundstück befinden sich diesem Zeitpunkt wohl das Wohnhaus mit Keller und Gemüsegarten, sowie ein Anbau mit Stallung, Brandweinhäusl, Mulzgebäude (wohl ein hölzerner, größerer Schuppen) und ein Brunnen. Außerdem scheint auch ein Acker mit Hopfengarten auf dem Galgenberg zum Grundstück zu gehören. Heute endet der Galgenbergweg nahe der Fronfeste in Amberg. In dessen Nähe ist wohl auch die Liegenschaft zu verorten.

VERÄNDERUNGEN

WENN GESCHICHTE DEM FORTSCHRITT WEICHEN MUSS

Am 09. Januar des Jahres 1845 gingen ein Großteil der Grundstücke in den Besitz von Georg Lehner über. Damit schien der Wachszieher aber nicht ganz glücklich gewesen sein, denn er verkaufte alles wieder – mit deutlichem Verlust – an den Bäckermeister Ignatz Hauer. Jener war Sohn des „Teufelsbäck“ Michael Wirth. In den sechziger Jahren des 19. Jahrhunderts veräußerte man dann aus ungenannten Gründen Teile des Besitzes, darunter auch die Liegenschaften der Batteriegasse 3. Dort befinden sich heute das Hotel Brunner und das Atelier Teufelsbäck.

Die jahrelang betriebene Bäckerstube befand sich in der Ziegelgasse 6. Dies ist die Stelle, an der sich heute Tiefgarage und Ausfahrt des Hotel Brunner befinden. Dort ist auch ein Teil des ursprünglichen Gebäudes zu entdecken. Der Erker des einstigen Lastkrans zeugt von vergangenen Zeiten. Die rückwärtigen Häuser des Grundstücks wichen im Jahr 1958 dem Neubau des Hotel Brunner, nachdem man bis zu diesem Zeitpunkt auf der gesamten Immobilie noch eine Gastwirtschaft mit dem Namen „Zum Teufelsbäck“ betrieben hatte.

SAGENHAFT

BACKHANDWERK ZWISCHEN MYTHOS UND LEGENDE

Es besteht kein Zweifel daran, dass der Alter Ego des Weißbäcker Michael Wirth „Teufelsbäck“ war. Über die Herkunft dieses Spitznamen ist nur recht wenig bekannt. Somit kann also nur gemutmaßt werden. Vielleicht fußt der Name in seinen Taten beim Russlandfeldzug und bedeutet so viel wie Teufelskerl. Er könnte aber auch schlicht ein besonders leidenschaftlicher oder extrem geschäftstüchtiger Mensch gewesen sein.

Doch wie es bei so vielen Dingen ist, die sich Menschen nicht erklären können, bastelt man sich eine passende Legende. Und so ist es auch bei Michael Wirth geschehen. Recht deckungsgleich berichten Anton Dollacker in seinen „Alten Amberger Geschichten und Sagen“ sowie Anton Wurzner in der „Amberger Mär“ von den ungeheuerlichen Vorgängen in der Ziegelgasse 6. Allerdings werfen diese kein allzu gutes Licht auf den Weißbäcker.

Doch machen Sie sich selbst ein Bild zur Geschichte des Atelier Teufelsbäck…

TEUFLISCH

DER VERFLIXTE FLUCH DES JÄHZORNS

Der umtriebige Weißbäcker Michael Wirth fluchte gern und viel. Besonders der Teufel musste sich dabei recht oft seine Anrufung gefallen lassen. So trug es sich eines Morgens zu, dass Michael Wirth in seiner Backstube stand und das Feuer seines Ofens nicht hoch genug lodern wollte. Wilde Flüche hallten daraufhin durch die mehlgeschwängerte Luft und auch der Teufel blieb nicht unerwähnt. Plötzlich sprang die Tür zur Backstube auf und ein gehörntes Wesen stand mit loderndem Blick vor dem cholerischen Bäcker. Natürlich war das selbst für ein gestandenes Mannsbild wie ihn zu viel. Schreiend flüchtete er in seine Wohngemächer, in denen seine Frau und Tochter verwundert seiner atemlosen Schilderung lauschten.

Die Bäckersfrau Regina Wirth wollte dem beschriebenen Treiben keinen rechten Glauben schenken. Deshalb beschloss sie, sich selbst ein Bild zu machen. Kurze Zeit später erfüllte schallendes Lachen die Backstube. Michael Wirth fasste sich ein Herz und beschloss nach dem Rechten zu sehen. Seine Frau und die Tochter standen vor dem Ofen und zeigten auf das gefährliche Wesen, das den Bäcker so in Panik versetzt hatte: ein Ziegenbock.

Diese peinliche Geschichte machte alsbald die Runde und so hatte Michael Wirth seinen Spitznamen weg: “Teufelsbäck”. Dieser Name überdauerte die Zeit und schließlich benannte man auch die spätere Gaststube auf der Ziegelgasse nach ihm.

HISTORISCHE QUELLEN

Quellen für die historische Nacherzählung & Geschichte des Atelier Teufelsbäck

  • Hans Hummel – Heimatpfleger (1929 – 2015)
  • Anton Wurzner – Amberger Maer „Beim Teufelsbäck“ – Seite 6
  • Anton Dollacker – Alte Amberger Geschichten und Sagen – Nummer 25 – Seite 22
  • Stadtarchiv Amberg

RESERVIERUNGEN

STILVOLL FEIERN?
RESERVIEREN SIE EINE UNVERGESSLICHE ZEIT
IM ATELIER TEUFELSBÄCK!

atelier-teufelsbaeck-logo-trenner